Einiges über die Zuschneidemasken...
und ihr sinnvoller Einsatz am Beispiel eines CD - Covers


Zu diesem Corel - Tool sind aus meiner Sicht einige Bemerkungen nowendig. Ich glaube, Corel hat sich mit dieser "unausgegorenen" Bezeichnung "Zuschneidemaske" und der dazugehörigen Hilfedatei selbst ein Bein gestellt. Ehrlich gesagt, hatte ich anfangs mit diesem Tool auch so meine Probleme (ging auch vielen anderen so). Mit zunehmender Einarbeitung ergab sich dann ganz schnell der Vergleich mit Photoshops "Ebenenmasken". Na da frag ich mich doch, warum denn nicht gleich der Begriff "Objektmaske"?

Auch die Hilfedatei dazu ist ja fast schon eine Zumutung, wenn man denn den Funktionsumfang von Objektmasken erkannt hat:

So ändern Sie die Transparenz eines Objekts mit einer Zuschneidemaske (Hilfedatei)

  1. Klicken Sie im Andockfenster Objekte auf die Zuschneidemasken-Skizze für das Objekt, das Sie bearbeiten möchten. Falls das Andockfenster Objekte nicht geöffnet ist, klicken Sie auf Fenster Andockfenster Objekte.
  2. Öffnen Sie das Flyout für das Hilfsmittel Interaktiv/Transparenz und klicken Sie auf das Hilfsmittel Interaktive Objekttransparenz.
  3. Stellen Sie im Bildfenster die Transparenz ein, indem Sie die Knoten ziehen.
  4. Klicken Sie auf einen Knoten und geben Sie in der erweiterten Eigenschaftsleiste im Feld Knotentransparenz einen Wert ein.
  5. Klicken Sie auf die Schaltfläche Änderung zuweisen.

Nun, Masken sind bekanntlich Graustufenbilder, bei denen Schwarz Tonwerte "durchlässt" und Weiß "blockiert". Interaktive Transparenz ist hier völlig fehl am Platz. Erstens komme ich mit diesem Werkzeug gar nicht in die Objektmaske rein, sondern wende die Transparenz wie immer auf das Objekt an, die Maske bleibt unberührt. Zweitens wirken hierbei schwarz und weiß genau umgekehrt.
Daraus folgt: Nur der interaktive Farbverlauf mit schwarz und weiß (mit Abstufungen in Grauwerten), bewirkt in der Objektmaske ein entsprechende Transparenz wie im Photoshops Ebenenmasken.

Das Arbeiten mit Objektmasken vereinfacht viele Routinen zum Freistellen von Objekten und Erstellen von Fotomontagen. Alphakanäle wandern in den Hintergrund und verlieren ihre Bedeutung als "das Maskenobjekt".
Sind Objektmasken in einer Datei vorhanden, dann werden diese beim Speichern in das cpt-Format automatisch mitgespeichert.

Zuschneidemasken (wer sich diese Übersetzung ausgedacht hat, müsste bestraft werden) wirken, im Gegensatz zu Alphakanälen, nur auf das eigene Objekt. Damit eröffnen sich für Corel-User fast die gleichen Möglichkeiten wie im Photoshops Ebenenmasken.

Etliche Maskierungsmöglichkeiten bleiben jedoch verschlossen, bzw. sind nur auf Umwegen in PPaint ereichbar. Aber dazu an anderer Stelle mehr...

Wie man mit Objektmasken sauber und vorteilhaft arbeiten kann, soll jetzt am Beispiel des Erstellens eines CD-Covers verdeutlicht werden.

Erstellen eins CD - Covers


Die bedruckbaren Maße einer CD werden wie folgend festgelegt:
Ausschlaggebend sind dabei die mit meinem Drucker max. möglichen druckbaren Innen- und Außenmaße, und die liegen bei 118 und 33 mm.
Dazu wird in CorelDraw also ein Kreis mit 118 mm Durchmesser erstellt, mit der NumBlock Plustaste deckungsgleich dupliziert und bei gedrückter ALT-Taste auf 33 mm verleinert. Nun werden beide Kreise kombiniert und mit einer Füllung versehen. Wie in Bild 1 und dann im Jpeg Format abgespeichert. Nun kann ich dieses Image in PPaint in eine neu erstellte Datei über die Importfunktion einfügen.

Bild 1
cd maße
    Ich kann aber auch dieses Objekt direkt über die Zwischenablage (copy mit strg+c) in PPaint einfügen. Dazu muss ich in's PPaint wechseln und nun mit strg+umsch+n dieses Image einfügen. Der Vorteil? ...das Bild muss nicht noch mal pixelgenau für den Druck freigestellt werden.
    Wenn die Voreinstellung von Draw mit 300 dpi beibehalten wurde, erhalte ich nun ein Bild mit Abmessungen 1390 x 1390 px mit einer Druckausgabe von 11,77 cm.

Da sich meine Ausführungen auf selbsterstellte Cover beziehen, muss ich nun irgendwo ein paar Bilder für das Cover herbekommen. Die erhalte ich, in dem ich mit Nero ShowTime den Film abspiele und mir entsprechende Bilder daraus "capture". Das Problem besteht allerdings darin, dass Nero die Captures im BMP-Format speichert, so dass anschließend über eine Batchkonvertierung (IrfanView kann das) ein Umwandlung in das Jpeg-Format erfolgen sollte, ansonsten sind mal ganz schnell die 100 MB überschritten. Außerdem lässt sich ein Bitmap im BMP-Format mit ca 1,6 MB mit vielen gleich großen Dateien schlecht bearbeiten. Bild 2: Auszug der "gecapturten" Filmbilder.

Bild 2
screen
    Hier ein Ausschnitt der Thumbs, mit ACDSee 8 bearbeitet. So ein Prog ist für solche Zwecke und für die Bildverwaltung überhaupt ideal.

Bei dem Film handelt es sich um einen Dokumentarfilm über Libellen und Schmetterlinge, erstellt von der BBC.
Für Lehr- und Anschauungszwecke möchte ich davon eine separate DVD erstellen, die mit einem entsprechenden individuellen Cover gestaltet werden soll.

Die Screenshots habe ich ja nun bereits. Jetzt soll daraus ein möglichst ansprechendes und inhaltlich eindeutiges Cover erstellt werden.
In Photopaint ist ja bereits das Bild der CD geöffnet. Über die Importfunktion lade ich jetzt alle Bilder einzel als jeweils neues Objekt in dieses Bild. Da die Bilder alle etwas zu groß sind, verkleinere ich sie, in dem ich mit dem Auswahlwerkzeug alle Bilder umreiße und sie dann einheitlich skaliere (Bild 3).

Bild 3
thumbs

Danach platziere ich die Bilder nach meiner Wahl (Bild 4). Mit Auswahl des CD-Objektes und trg+M (es erscheint die Maske der CD) kontrolliere ich, ob alle Bilder so wie gewollt auf die CD passen. Zwei Bilder (Wald 1+2) verwende ich als Hintergrundbild, die sind etwas größer.

Bild 4
sortiert

Nun ordne ich allen Objekten, außer Wald 1 (das unterste Objekt) eine Maske zu.
(Wald 1 und 2 habe ich zum Schluss als Hintergrundbilder eingefügt.)
Dazu klicke ich mit der rechten Maustaste auf das jeweilige Objekt, und zwar auf das Minibild, und wähle aus dem Kontextmenü >Zuschneidemaske erstellen aus Objekttransparenz.
Nun fängt die eigentliche Arbeit an. Aus der Positon der Bilder im Objektfenster beginne ich nun mit dem obersten Objekt und arbeite mich bis zu wald 2 in den Zuschneidemasken nach unten. Dazu wird als erstes dir oberste Zuschneidemaske aktiviert, das erkenne ich, wenn sie rot umrandet ist. Nun kommt der Vorteil der Masken zum tragen.
Ich suche mir einen relativ weichen Pinsel aus, achte darauf, dass Vorder- und Hintergrundfarbe auf Schwarz, bzw. Weiß stehen und beginnne in der Maske mit schwarz zu malen...und zwar alles, was ich aus dem Bild entfernt haben will. Das darunterliegend Bild wird entsprechend freier. Habe ich aus versehen etwas übermalt, wechsele ich zur weißen Farbe und mache den Teil wieder sichtbar. So arbeite ich mich Bild für Bild nach unten. Sind dalle Bilder fertig bearbeitet, sieht das dann in den Objektmasken ungefähr so aus:

Bild 5
freigeste

Nun werden alle Bilder, bis auf die CD! miteinander kombiniert. Erstelle ich mit >strg+M eine Maske aus der CD gehe auf Objekt 17 (Bild 6) und erstelle daraus mit >strg+pfeil-nach-oben (Cursortaste) ein neues Objekt (18) aus der Maske. Bild 17 und die CD lösche ich.

Bild 6
cdmaske

Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Beschriftung, dann als JPEG abspeichern und ich kann die CD bedrucken. Die Beschriftung erstelle ich mit Draw und kopiere sie über die Zwischenablage in mein Cover.

Bild 7
fertig

Das ist nur ein kleines Beispiel für die Anwendung von Objektmasken. Montagen und Collagen gehen damit perfekt. Aber vor allem in der Bildbearbeitung wie kompliziertes Freistellen oder Dynamikumfangsverbesserungen zeigen sie ihre Stärken.



eine weitere Anwendung von Objektmasken

Mit schnellen Kameras ist es kein Problem, Serienbilder zu erstellen. Interessant werden solche Aufnahmen, wenn sie in einem Bild zu einer Bildreihe ohne erkennbare Bildübergänge zusammengefügt werden können. Bedeutung hat das z.B. für Technikanalysen. Allerdings handelt es sich hier nur um einen simplen Wasserstart eines Wasserskifahrers, aber es geht ja nur um das Prinzip.

Bild 1
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Diese Bilder sollen nebeneinander ohne erkennbaren Bildübergang zusammengefügt werden. Dafür sind Objektmasken bestens geeignet.

Folgende Daten gelten für eine Web-Präsentation:

Als erstes wird die Bildgröße aller erforderlichen Bilder auf 600 px Höhe reduziert. Dann wird in Photopaint ein neues Bild angelegt, hier mit 1900*600 px, die Druckauflösung (dpi) ist egal.
Dann werden alle Einzelbilder auf den Wasserskiläufer beschnitten und in dieses neue Bild importiert. Das geht in Zusammenarbeit mit ACDSee ganz schnell, aber dazu mehr an anderer Stelle...
Damit das Bild nicht die Seite sprengt, wurde es aufgrund der Breite in ein Scrollfenster gesetzt () Bild 2.

Bild 2
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Im Objektmanager sieht das dann so aus:

Bild 3
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Nun wird den Bildern 1 - 7 eine Objektmaske zugeordnet (Bild 8 braucht keine, das es unmittelbar über dem Hintergrund, dem neu erstelltem Bild, liegt). Nun wird mit dem Pinselwerkzeug in die jeweils aktivierte Objektmaske mit >Schwarz gemalt und damit die Übergänge von einem zum anderen Bild stufenlos geschaffen. Korrekturen bei zu vielem Übermalen merden mit >Weiß gemacht.
Im Objektmanager sieht das dann ungefähr so aus wie im Bild 4...

Bild 4
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...und im zusammengefügten Image wie im Bild 5

Bild 5
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